Landesklasse Süd: 6. Spieltag
SpVgg Geratal – SV 08 Thur. Struth-Helmershof 0:1 (0:0)
(kda)
Die zahlreichen Zuschauer sahen auf dem Geschwendaer "Kickelhähnchen" ein Spiel, das viele Klischees, die es um den Fußball gibt, bediente. So z.B., dass nicht die Feldüberlegenheit oder die Ballkontakte über einen Sieg entscheiden, sondern wer die Tore macht, oder auch, wer hundertprozentige Tore nicht macht, wird am Ende bestraft! All das und noch vieles mehr traf für das Gerataler Spiel zu. Und am Ende fuhren die Gäste mit einem Sieg nach Hause, der zwar sehr schmeichelhaft, aber auf Grund ihrer Cleverness und dem Gerataler Unvermögen nachzuvollziehen war.
Bei bestem Fußballwetter begannen die Einheimischen sehr druckvoll, verlagerten weitestgehend das Spiel in die Hälfte der Gäste. Doch der Ballbesitz allein brachte kaum torgefährliche Situationen. Dort, wo der profane Torschuss das bessere Mittel gewesen wäre, wurde wieder und wieder der Ball und die Verantwortung auf den Nebenmann abgegeben und da, wo man über eine genaue Eingabe die Abwehr hätte in Bedrängnis bringen können, wurde teils aus unmöglichen Winkeln und teils ungenau geschossen. Nur selten war der finale Pass getimt und die Laufwege der Stürmer eingespielt. Langsam machten sich die Gäste nach zwei Gerataler Chancen, Heyer verpasste eine Maleße Eingabe (21.) und Kopfballversuch Seyfferths nach Maleße- Flanke (22.), frei und starteten ihrerseits florettartig gefährliche Konter auf das, absprachegemäß, von Lipsius gehütete Tor. So musste er in der 31. Minute einen Schuss Keßlers mit allem Können entschärfen und in der 42. Minute bei einem ebensolchen Versuch die Gästeführung abwehren.
Das Bild änderte sich in der zweiten Spielhälfte nur dahingehend, dass nun die Gerataler Angriffe gefährlicher wurden, jetzt gab es die Hundertprozentigen. Zunächst hatte Heyer in der 55. Minute, als er von Yasin Ben Achour wunderbar freigespielt wurde, eine solche, und auch Franz`s Flanke in der 71. Minute wurde nicht gewinnbringend verwertet. Anstatt einer Gerataler Führung zu diesem Zeitpunkt mussten die Zuschauer mit ansehen, wie die Strüther durch einen auf den langen Pfosten geschlagenen Freistoßball, der von Häfner auf die Torraumlinie zurück geköpft wurde und von Hofmann unbedrängt über die Torlinie bugsiert wurde, in Führung gingen. Die ohnehin personell starke Defensive der Gäste wurde nun noch aufgestockt, was die Gerataler Bemühungen um den Ausgleich oder gar Sieg noch mehr erschwerte. Dennoch hatten die Einheimischen hierbei Riesenchancen. Brandl setzte völlig frei stehend einen Kopfball zu hoch an (74.) und in der 78. Minute brachte man eine Powerplay- Situation, in der allein drei, vier Gerataler die Chance hatten, den Ball im Tor unterzubringen, nicht erfolgreich zu Ende. Und so kam es wie eingangs beschrieben. Schade, denn die Möglichkeiten zum ersten Heimspielsieg waren gegeben.
SpVgg Geratal: Lipsius, Maleße, A. Ben Achour, Huck (79. Bärwinkel), Y. Ben Achour (72. Hofmann), Wollenschläger, Mielke, Franz, Heyer (69. Brandl), Kruse, Seyfferth
SV 08 Struth-Helmershof: Rothamel, Pfannstiel, L. Kirchner, Hofmann, Plötner, Eckhardt, Keßler (56. Häfner), Chasseur, Huhn (68. Thorwart), Happich, Kratsch (87. R. Kirchner)
Schiedsrichter: Nadstawek (Erfurt)
Zuschauer: 150
Torfolge: 0:1 Hofmann (72.)