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Tageslehrgang für förderungsfähige Schiedsrichter

Der Schiedsrichterausschuss des Kreis-Fußballausschusses (KFA) führte unter der Leitung von Daniel Illhardt am 1. Dezember 2012 einen Tageslehrgang für förderungsfähige Schiedsrichter auf der Sportanlage des FC Einheit Bad Berka durch. Mit Mark Hebestreit(VfB Oberweimar), Oliver Koch (Empor Weimar), Michael Reich (Union Weimar-Nord), Denny Göltzner und Fabian Vogt (FSV Grün-Weiß Blankenhain), Riccardo Manthey (SV Gehren), Tobias Nimbs (SpVgg Geratal), Felix Franke (FC Einheit Rudolstadt), Moritz Großmann (Unterloquitzer SV), John Neise (VfL 06 Saalfeld) und Carsten Stix (SV Thuringia Königssee) kamen 11 der 15 eingeladenen Sportfreunde der Einladung nach.

Sie nutzten die Chance, sich durch die intensive Beschäftigung mit Regelfragen und einem Lauftest weitere Grundlagen zu schaffen für Einsätze in höheren Ligen des Kreises. Außerdem diente die Qualifizierung der gezielten Vorbereitung auf Lehrgänge auf der Ebene des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV). Da das Kreisligaspiel in Bad Berka, welches von einem Trio aus ihrer Mitte geleitet und anschließend gemeinsam ausgewertet werden sollte, ausfiel, trat an die Stelle der Beobachtung eine Videoschulung mit der neuesten DVD des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

SpVgg-Schiedsrichter beim Leistungstest vor neuer Spielzeit

Nach den Festlegungen der Schiedsrichterordnung haben sich die Fußballschiedsrichter vor Beginn einer jeden Meisterschaftssaison einem Leistungstest zu unterziehen, der aus einem Lauf über 12 Minuten und einem schriftlichen Regeltest mit 20 zu beantwortenden Fragen besteht.

Die Absolvierung des Coopertests ist Voraussetzung für den Einsatz der Schiedsrichter. Von den 78 Schiedsrichtern des Ilm-Kreises, die Spiele auf Kreisebene pfeifen, nahmen am 8.7.2011 und 9.7.2011 insgesamt 55 im Stadtilmer Stadion erfolgreich am Coopertest teil.

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Unter dem Titel Als ein Flitzer das Spielfeld kreuzte" veröffentlichte die Thüringer Allgemeine im Rahmen ihrer Serie über Fussball-Schiedsrichter am 28.02.2011 folgenden Beitrag.

 

Schiedsrichter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Sports. Mit Jubelgesängen werden sie nur selten konfrontiert. Beschimpfungen und Kritik prägen oft ihren Sportalltag. Wahrgenommen werden sie nur dann, wenn strittige Entscheidungen gefällt werden. Pfeift ein Schiedsrichter ohne Fehl und Tadel, steht er selten im Blickpunkt. Thüringer Allgemeine stellt Schiedsrichter vor:

Heute: Oliver Wießer von der SpVgg Geratal.

Seit wann sind Sie Schiedsrichter?

Ich bin seit der Saison 2008/ 2009 Schiedsrichter.

Wie kamen Sie dazu?

Ich bin ein sehr großer Fan der Spielvereinigung Geratal (damals noch ThSV 1886 Geschwenda) und da war ich immer viel auf dem Sportplatz, nicht nur zu Spielen. So hatte ich da schon viel Kontakt zu Spielern und Vorstand. Dann bin ich einfach gefragt worden, ob ich denn nicht Schieri werden möchte. Da habe ich gerne zugesagt, weil ich mich mit dem Verein identifiziere.

Was ist das Schöne an diesem Job?

Mir gefällt, dass ich mit den anderen Schieris und Freunden unterwegs bin und auf dem Platz Referee sein kann.

Was ist weniger schön?

Manchmal kommt man zu den Vereinen und es ist nichts vorbereitet — und daher kann man dann erst später anpfeifen.

Wie viel Prozent der Regelverstöße entdecken Sie?

Man möchte eigentlich jeden Regelverstoß erkennen, aber wie viele wissen: Das geht nicht, man erkennt nicht alle.

Haben Sie schon einmal eine Entscheidung revidiert?

Nein, das musste ich bislang noch nie machen.

Poltern alle Trainer gleich?

Es gibt welche die meckern weniger und andere etwas mehr — das ist eben so.

Wie bereiten sie sich auf ein Spiel vor?

Ich schaue, wo ich lang fahren muss und dann werfe ich vielleicht auch noch einen Blick ins Regelbuch. Dann sehe ich mir noch an, was es für ein Spiel ist – Punktspiel, Pokalspiel, Erster gegen Zweiten oder Erster gegen Letzten.

Gibt es bestimmte Rituale?

Eigentlich keine, aber vielleicht irgendwann einmal...

Wie viele Spiele pfeifen Sie in der Saison etwa?

Ich zähle nicht mit, aber es sind bestimmt so 2O bis 25 — als Schieri und Assistent.

Wie halten Sie sich für Ihren Schieri-Job fit?

Ich treibe ein bisschen Sport und informiere mich über die neuen Regeln.

Sind Sie mit den Spielern per Du oder siezt man sich auf dem Platz?

Auf dem Platz siezt man sich, vor oder nach dem Spiel ist das dann alles offener.

Was war Ihr kuriosestes Erlebnis als Schiedsrichter?

Bei einem meiner Spiele hatte ich einen „Flitzer“, der als Frau verkleidet und zudem noch ganz schön angetrunken war. Später stellte sich heraus, das war für ihn ein Teil seiner Aufnahme in einen Biker-Club.

Würden Sie an den Fußball- Regeln etwas ändern? Wenn ja, was?

Meiner Meinung nach denken sich Leute die Regel mit Grund aus. Man lernt sie dann als Schiedsrichter so wie sie sind und führt sie auch so aus, ob sie Sinn machen oder nicht. Es gibt schließlich Fachleute, welche die Fußballregeln jede Saison aufs Neue überprüfen und dann gibt es gegebenfalls eine Regeländerung.

Gibt es einen Schiedsrichter, den Sie bewundern?

Ganz klar: Pierluigi Collina.

Für wen schlägt in der Bundesliga Ihr Herz?

FC Bayern München.

Gespräch: Tanja Köhler


Unter dem Titel Auf dem Platz den Ball vergessen" veröffentlichte die Thüringer Allgemeine im Rahmen ihrer Serie über Fussball-Schiedsrichter am 23.10.2010 folgenden Beitrag.

Schiedsrichter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Sports. Mit Jubelgesängen werden sie nur selten konfrontiert. Pfeift ein Schiedsrichter ohne Fehl und Tadel, steht er selten im Blickpunkt. Thüringer Allgemeine stellt Schiedsrichter vor:

Heute: Tobias Nimbs von der SpVgg Geratal.

Seit wann sind Sie Schiedsrichter und waren Sie aktiver Fußballer?

Ich bin seit der Saison 2005/2006 Schiedsrichter, hatte bis dahin nie mit Fußball zu tun.

Wie kamen Sie dazu?

Ich war damals immer mit Freunden unterwegs und wir haben alles zusammen gemacht. Als sie sagten, sie wollen Schiedsrichter werden, hab ich gesagt: „Okay, ich mach‘ mit, aber ich kann nichts versprechen“.

Sie sind sehr jung, wie ist da die Akzeptanz der Männer?

Anfang haben viele gedacht, dass sie es mit so einem jungen Schiedsrichter können, aber den Zahn hab ich denen schnell gezogen.

Was ist das Schöne an diesem Job?

Dass es ohne Schiedsrichter keinen Fußball gäbe, dass jeder, der zuschaut, immer mehr weiß, als der Schiedsrichter selbst und wir wissen es besser.

Was ist weniger schön?

Dass die Zuschauer immer alles besser sehen als der Schiedsrichter.

Wie viel Prozent der Regelverstöße entdecken Sie als Schiedsrichter?

Man weiß ja, dass nie alles erkannt werden kann, denn auch wir sind nur Menschen. Dennoch würde ich sagen, dass ich 90 Prozent erkenne.

Haben Sie schon einmal eine Entscheidung revidiert?

Nicht das ich wüsste, denn das sieht nach außen immer nicht so toll aus.

Meckern alle Trainer gleich?

Ganz und gar nicht. Es gibt Trainer, die ruhig und sachlich mit einem reden. Es gibt auch Menschen, die mich das gesamte Schimpfwort-Vokabular, das sie kennen, hören lassen.

Wie bereiten sie sich auf ein Spiel vor?

Ich lese am Sonntag zuvor, wo ich hin muss, die Tasche ist gepackt und ab dann lasse ich es auf mich zukommen.

Gibt es bestimmte Rituale?

Nein, außer dass man sich auf der Fahrt zum Spiel unterhält.

Wie viele Spiele pfeifen Sie in der Saison etwa?

Über den Daumen sind das so an die 20 Spiele.

Wie machen und halten Sie sich für Ihren Schieri-Job fit?

Ich laufe ab und zu. Da ich die ganze Woche beim Bund bin, gehört ja Sport zum Alltag.

Sind Sie mit den Spielern per Du oder siezt man sich auf dem Platz?

Mit dem Anpfiff bin ich mit allen per Sie. Sobald ich aber abpfeife, dann ist das alles wieder anders, man kennt ja den ein oder anderen Spieler.

Was war Ihr schönstes oder kuriosestes Erlebnis als Schiedsrichter?

Schön war, dass mich meine Familie zu meinen ersten Spielen oft begleitet hat. Kurios (peinlich) war — wenn ich mich recht erinnere — dass ich und 22 Mann auf dem Feld stehen und ich hab den Ball vergessen.

Würden Sie an den Fußball-Regeln etwas ändern? Wenn ja, was?

Ich denke, dass es dafür Leute gibt, die sich das alles ausdenken. Eines würde ich ändern, wie mein Freund und Kollege Paul Hegenbarth schon anmerkte — wenn der Tormann einen Stürmer im Strafraum als letzter Mann foult, sollte es nur Elfmeter geben und nicht noch die „Rote Karte“, denn er ist bestraft genug.

Für wen schlägt in der Bundesliga Ihr Herz a) Schiedsrichter b) Mannschaft?

Wenn ich bei Freunden Fußball schaue, und sie mich fragen, für wen ich denn sei, sag ich immer: „Ich bin für die Unparteiischen“. Ein echter Fan bin ich von Dr. Markus Merk und Herbert Fandel, die beiden besten Schiedsrichter, die ich in Deutschland bis jetzt kenne.

Fragen: Tanja Köhler-Fabig

 


Unter dem Titel „Test auf Strümpfen bestanden“ veröffentlichte die Thüringer Allgemeine im Rahmen ihrer Serie über Fussball-Schiedsrichter am 4.9.2010 folgenden Beitrag.

Paul Hegenbarth aus Geschwenda ist einer der jüngsten Fussball-Schiedsrichter des Ilmkreises

Schiedsrichter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Sports. Mit Jubelgesängen werden sie nur selten konfrontiert. Beschimpfungen und Kritik prägen oft ihren Sportalltag. Wahrgenommen werden sie nur dann, wenn strittige Entscheidungen gefällt werden. Pfeift ein Schiedsrichter ohne Fehl und Tadel, steht er selten im Blickpunkt. Thüringer Allgemeine stellt Schiedsrichter vor.

Heute: Paul Hegenbarth (17) aus Geschwenda, Anwärter für die 1. Kreisklasse

Seit wann sind Sie Schiedsrichter und waren Sie aktiver Fußballer?

Ich bin seit der Saison 2008/ 2009 Schiedsrichter und habe bis 2009 im Juniorenbereich Fußball gespielt.

Wie kamen Sie dazu?

Ich wollte schon immer Schiedsrichter werden, Als ich von Tobias Nimbs gefragt wurde, ob ich Lust dazu hätte, habe ich ja gesagt und die Theorieprüfung mit 96 von 100 Punkten bestanden.

Sie sind sehr jung, wie ist da die Akzeptanz der Männer?

Recht gut, das Alter spielt bei der Akzeptanz meiner Person als Schiedsrichter keine Rolle.

Wie war das mit dem verlorenen Sportschuh?

Beim Ausdauertest habe ich einen Schuh verloren, weil der Schnürsenkel gerissen war. Da hab ich den zweiten ausgezogen, bin in Strümpfen weiter gelaufen und habe die Normzeit trotzdem geschafft.

Was ist das Schöne an diesem Job?

Dafür zu Sorgen, dass die Spiele fair ablaufen und man die schwarzen Schafe aussortiert.

Wieviel Prozent der Regelverstöße entdecken Sie als Schiedsrichter?

Ich denke, man kann als Schiedsrichter nicht vollkommen sein, man ist ja auch nur ein Mensch. Aber 90 Prozent erkennt man schon.

Haben Sie angesichts reklamierender Spieler oder Trainer schon einmal eine Entscheidung revidiert?

Nein, natürlich nicht!

Poltern/Meckern alle Trainer gleich?

Es ist von Trainer zu Trainer unterschiedlich. Es gibt viele, mit denen man sich gut unterhalten kann. Gegen eine gesunde Kritik ist ja nichts einzuwenden.Aber es gibt viele unerträgliche Trainer, welche die Atmosphäre unnötig anheizen.

Wie bereiten sie sich auf ein Spiel vor?

Ein Blick ins Regelheft vor dem Spiel schadet nichts und die Tasche wird im Laufe der Woche gepackt. Sonst lasse ich es auf mich zukommen.

Wie viele Spiele pfeifen Sie in der Saison etwa?

Ich habe in der Saison 2009/ 2010 insgesamt 54 Spiele geleitet bzw. an der Seitenlinie mitgeleitet.

Wie machen und halten Sie sich für Ihren Schieri-Job fit?

Ich gehe ab und an Joggen, aber sonst nichts Besonderes.

Sind Sie mit den Spielern per Du, oder siezt man sich auf dem Platz?

Auf dem Platz nur „per Sie“.

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Schiedsrichter?

Die erste berechtigte „Rote Karte“, die ich einem Spieler zeigen musste.

Würden Sie an den Fußball-Regeln etwas ändern? Wenn ja, was?

Wenn der Tormann als letzter Mann den Stürmer im Strafraum foult, sollte es nur Elfmeter geben und keine „Rote Karte“. Weil ich der Meinung bin, dass der Torhüter damit genug bestraft wird.

Für wen schlägt in der Bundesliga Ihr Herz?

Für den Schiedsrichter Dr. Felix Brych.

Fragen: Thomas Höpfner